historische Bierflaschen vor 1900

Produktions- & Verschluarten


Wer sich für Geschichte interessiert kommt an Museen nicht vorbei. In meinem Fall faszinierte mich ein Glasmuseum. Bei einem Besuch meines Bruders haben wir ein in der Nähe liegendes Glasmuseumsdorf besichtigt. Die Vielfältigkeit der Glasproduktion ist sehr faszinierend. Ein Höhepunkt ist die Flaschenproduktion, im Besonderen für mich die der Bierflaschen.
Produktionsarten, Verschlußarten und interessante zeitliche Fakten habe ich mir notiert und anhand von Flensburger Flaschen hier beschrieben.

Viel Spaß bei den Begrifflichkeiten um frühe Bierflaschen.


Produktionsarten

gemodelte Flasche Modeln
Beim modeln wird das Glas drehend an die Wände der Form geblasen, deren Gestalt die Flasche dann annimmt. Ist das Glas ausgehärtet wird die Form zurückgeklappt. Diese Aufgabe war früher meist Kinderarbeit.
Durch die Klappformen konnte die Produktion in Serie gehen und die Flaschen waren im Aussehen und vom Fassungsvermögen nahezu identisch. (Anmerkung: man denke dabei an die unterschiedlich dicken Flaschenböden)

Maschinengeblasene Flaschen
Die maschinelle Herstellung von Flaschen ermöglichte eine größere Stückzahlproduktion und eine höhere Genauigkeit. Jedoch konnte man noch nicht von einer Normierung wie heute bei der Vichy oder Longnekflasche reden. Die Maschine konnte das 60-fache schaffen, als ein Glasbläser. Siegelflasche

Patentflaschen
Bei den Patentflaschen handelt es sich um Flaschenproduktionen aus Metallklappformen nach dem "Ricketts-Patent" von 1821, die eine Prägung in der Flasche ermöglichten.

Siegelflaschen
Ein kleines Stück geprägtes knopfähnliches Glas wird auf die Schulter einer noch nicht abgekühlten Flasche gesetzt. In dieses Siegel war das Markenzeichen des Herstellers oder der Brauereien gestempelt.

Verschlussarten

Korkenverschluss
Ja, auch Bierflaschen hatten mal Korkenverschlüsse. Mit einem Propfen aus natürlichem Kork wurde die Flasche schnell verschlossen. Allerdings war der Korkenverschluss oft undicht und spröde.

Siegelverschluss
Bis 1880 wurden Bierflaschen meist versiegelt. Dabei wurde ein Korken in den Flaschenhals luftdicht gepresst und mit einem Draht wegen der Kohlensäure festgebunden. Ein Flaschenlack (z.B. weißer Pech mit Fichtenharz) versiegelte die Flasche dann vor Verunreinigungen.

Bügelverschluss
Um 1880 bis in die 1930er Jahre setzte sich der Bügelverschluss durch. Die Handhabung im Vergleich zum Korken- und Siegelverschluss war deutlich einfacher. In Sekundenschnelle konnte der Bügelverschluss die Flasche wieder luftdicht verschließen.
Diese Flaschen wurden in Metallklappformen hergestellt und häufig von Bierhändlervereinen benutzt. Schnell stieg der Bedarf an Bügelverschlussflaschen. Bei der sehr genauen Herstellung musste die Flaschenmündung sehr passgenau gearbeitet werden. Bei den bis heute noch bekannten Vichyflaschen und Steinieflaschen wird daher die Flaschenmündung, dem so genanntem Lochmund, gesondert hergestellt und später auf die Flasche aufgesetzt. Der Verschluss besteht aus einem Porzellankopf mir einem Gummiring und einem Metalldraht. An der Wandung der Schuler der Flasche wurde später der Flensburger-Schriftzug eingeprägt.

Kronkorkenverschluss
Seit den 1930er Jahren beginnt der Kronkorkenverschluss seinen Siegeszug in Deutschland. Der schon im Ausland früher patentierte Verschluss ermöglicht jedoch nicht das erneute Verschließen der Flasche.

Schraubverschluss
Eine bessere Alternative zum Kronenkorken ist der Schraubverschluss. Die Schraubverschlusskappe besteht meist aus Aluminium mit einer eingesetzten Dichtung. Die Verschlusskappe wird ohne Gewinde maschinell an das Gewinde der Flasche angepresst. Die Vorteile des maschinengeeigneten Verschlusssystemen ist die Wiederverschließbarkeit.