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Flugboot Do X in Flensburg

      Ein Schiff fliegt um die Welt

Der Ingenieur Claude Dornier gründete 1922 die Dornier Metallbauten GmbH. Bereits im Sommer 1929 hatte die erste Do X mit zwölf Motoren, die in Gondeln über den Flügeln angeordnet waren, ihren ersten Stapelflug. Dieses Passagierflugzeug war eine technische Meisterleistung und übertraf seinerzeit alle bisherigen Dimensionen.
Trotz des weltweitem großen Ansehens wurde das Flugzeug aufgrund der Weltwirtschaftskriese nur noch zwei mal gebaut.

Am 5. November 1930 strartete die Do-X D-1929 Ihre groß:e Weltreise. Vom 30. Juli bis zum 1. August 1932 war die Flensburger Förde ein ausgewählter Landeplatz der Do-X.

Rolf Baaske, Sammler aus der nähe von Flensburg hat in seiner Sammlung ein Fotoalbum das noch 6 Bilder dieses Besuches zeigt. Vielen Dank das wir die Bilder hier zeigen dürfen!


 Das erste Flugschiff der Welt!

"Do X", die ausfhrliche illustrierte Beschreibung.
Das Original von 1929 als Download.

Die Version berechtigt nicht den kommerziellen Druck der Broschre!


hier kostenlos runterladen ca. 1,4 MB

 Flensburger Tageblatt 1. Aug. 1932


„G e d u l d, G e d u l d” war auch dieses Mal, wie so oft, wenn etwas Groes, lange Erwartetes eintreffen soll, die Losung. Lange vor der angekündigten Zeit waren Hafenbollwerk, Fenster, Dächer, auch die Fördeufer und Aussichtspunkte weit auerhalb der Stadt von der wartenden Menge stark besetzt.
   Es wurde zwei Uhr, es wur ½3, und keine „Do. X” war zu sehen noch zu hören.
   E n d l i c h, kurz vor drei Uhr erschien der silbergraue groe Vogel über der Marineschule, und bald hörte man auch das t i e f e B r u m m e n der Motore und der 12 Propeller, das so ganz anders klingt, als das bekannte scharfe Propellerlaufen unserer Verkehrsflugzeuge. Und jetzt, wie er sich näherte, fiel auch die i m p o n i e r e n d e G r ö e des Gastes auf, der mit seiner Spannweite von 48 Metern und den 50 To. Gewicht einen feierlichen Bogenüber der Stadt beschrieb und dann, wieder bei der Marineschule niedergleitend, sich majestätisch auf das Wasser niederlie.
   Unser Redaktionsvertreter, der den Flug mit der Do. X von Kiel nach Flensburg mitmachte, schilderte die Wasserung vor Mürwik und die Landung an der Schiffbrücke folgendermaen:
  „Schade, da man nicht beides miteinander verbinden kann: zu fliegen und den Flug von unten zu beschauen. Letzteres mu auch sehr schön gewesen sein, nach den Tausenden und Abertausenden von Köpfen und winkenden Händen zu urteilen, die sich uns von überallher entgegenreckten: vom Fördeufer, vom Stadion, dem Hafenbollwerk, den Häusern und Dächern. In diesem Augenblick kamen wir uns alle sehr wichtig und „promoniert” vor.
  Besonders schön mu nach den Beschreibungen der Zuschauer der Augenblick gewesen sein, als der groe Schwimmvogel sich leicht und sanft aus das W a s s e r n i e d e r l i e . Wir drinnen spürten in diesem Augenblick ein recht hartes Knirschen und Schleifen. Wenn eine so ungeheure Metallmasse mit 100 Stundenkilometer Geschwindigkeit aus das Wasser niedersaust, so ist es eben kein Wasser, sondern splitterndes Glas. Alles ist relativ.
  Und dann, nach der Wasserung, kam der feierliche Augenblick des Landens an der Schiffbrücke. Gegen die andrängende Menschenmenge war der Landeplatz abgesperrt. Auf der Seeseite muten allzu begeisterte Ruder-, Paddel- und Motorboote in den gehörigen respectvollen Abstand zurückgewiesen werden. ”
  Auf dem freien Platz am Ufer standen zur Begrüung die Spitzen der Verwaltung und Vertreter der städtischen Behörden, der Reichswehr und Marine mit einer stattlichen Anzahl von Damen und Herren der Flensburger Gesellschaft. Nachdem die Fluggäste voller Dank für das unvergessliche Erlebnis des Fluges die Kabinen geräumt hatten, wurden die Wartenden zur Besichtigung eingeladen.
  Beim betreten des Flugschiffes richtete der Herr Oberbürgermeister Dr. v o n     H a n s e m a n n einige herzliche Begrüungsworte an Herrn K a p i t ä n    C h r i s t i a n s e n , der mit seinem Stabe die Gäste aufs liebenswürdigste empfing und in die anheimelnden Innenräume geleitete.
  Bei vielen Besuchern weckte wohl die liebevolle Ausstattung der Kabinen, deren lange Flucht wie eine Reihe vornehm-gemütlicher Clubräume anmutet, den brennenden Wunsch, einmal mitmachen zu können auf einer beschwingten Ferienfahrt hoch über dem Alltag mit seinen Pflichten und Sorgen.
  Morgen geben wir unserem Redaktionsvertreter zu einer eingehenden Schilderung seines Flugerlebnisses das Wort.

original Text Flensburger Tageblatt 1.8.1932 

 Kartenverkauf zur Besichtigung


Hier verkauft Wilhelm Claussen(24) die Besuchertickets.
In seinem weiteren Berufsleben als Flugkapitän bei der Lufthansa flog er mit Dornier Flugbooten über den Atlantik.
mfGen. Privatfoto Walter Claussen

 

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